Features im Radio

Features

Samstag 09:00 Uhr MDR KULTUR

Ein DDR-Fernsehteam unter falscher Flagge

Von Naomi Conrad; Michael Hartlep (Wiederholung) Sie nennen sich "Nordreporter" und haben ihren Firmensitz in Stockholm. Doch die schwedische Firma ist nur eine Tarnorganisation. Eigentlich arbeiten die Reporter und Kameraleute für das DDR-Fernsehen. Die meisten von ihnen sind Mitglieder der in der Bundesrepublik verbotenen kommunistischen Partei. Undercover sollen sie Material im kapitalistischen Ausland filmen. Die Nordreporter liefern das, was die offiziell akkreditierten DDR-Korrespondenten nicht liefern können: Berichte über Berufsverbote und Rüstung gehören dazu, aber auch Auslandsreportagen zur Apartheid in Südafrika und der Militärdiktatur in Griechenland. In beide Länder durften Journalisten aus sozialistischen Staaten nicht einreisen. Die Sendereihe ist beliebt in der DDR, auch weil sie weniger ideologisch daher kommt als "Der schwarze Kanal". Die "Nordreporter" beliefern vor allem eine Redaktion: die "Gruppe Dr. Katins". Im Zentrum der Zusammenarbeit steht der Kameramann Franz Dötterl, ein kleiner beleibter Bayer, ein überzeugter Kommunist. Die Zusammenarbeit funktioniert gut, bis Dötterl der Erfolg zu Kopf steigt. Der Konflikt entzündet sich 1978, als die Chefredaktion eine der Reportagen zensiert. Wütend schreiben Dötterl und Katins Briefe an SED- Generalsekretär Erich Honecker und kritisieren darin die Fernsehleitung um Heinz Adameck. Es entbrennt ein Machtkampf, der die höchsten Kreise des Staates involviert und schließlich vor Gericht ausgetragen wird. Adameck behält die Oberhand. Redaktionsleiterin Katins und Kameramann Dötterl geraten ins Visier der Staatssicherheit und werden schließlich gekündigt. Die Sendung wird zwar weitergeführt, doch die Zeit der großen Erfolge ist vorbei. Das Feature rekonstruiert anhand von Gesprächen mit Zeitzeugen wie zum Beispiel mit dem britischen Kameramann John Green, sowie Stasi-Akten und Verfassungsschutz-Akten den Aufstieg Fall der "Nordreporter". Regie: Andreas Meinetsberger Produktion: MDR 2019 Mitwirkende: Winfried Glatzeder Joachim Schönfeld Ellen Hellwig - Zitatorin (45 Min.)

Samstag 09:05 Uhr SR2 Kulturradio

FeatureZeit

Skandal ums Rabbinerseminar - Wie beschädigt ist das liberale Judentum? von Jens Rosbach

Samstag 12:04 Uhr WDR3

WDR 3 Kulturfeature

Free Jazz in Deutschland Ost und Deutschland West Von Ulrich Rüdenauer und Helmut Böttiger Wiederholung: So. 15.04 Uhr Produktion: WDR 2022

Samstag 13:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr .

Samstag 14:00 Uhr rbb Kultur

Feature

Podcast "Deep Doku" Handelsware Kind Von Jan Wiese und Adrian Bartocha Regie: Gabriela Hermer "Moderne Sklaverei" - so bezeichnet ein hochrangiger Ermittler dieses Phänomen. Zusammengepfercht in Kleintransportern, verladen in Kühllastern, monatelang unterwegs, festgehalten in verlassenen Lagerhallen oder Wohnungen. So werden viele Kinder und Jugendliche aus Vietnam nach Deutschland gebracht. Berlin ist eine der wichtigsten Drehscheiben für den vietnamesischen Menschenhandel. 15.000 bis 20.000 Dollar kostet der Weg ins vermeidliche Glück. In Nagelstudios, als Zigarettenverkäufer, Drogenkuriere oder als Gärtner in illegalen Cannabisplantagen müssen die Opfer dann ihre Schulden abarbeiten. Wann abbezahlt ist, bestimmen die Menschenhändler. Ihre Opfer sind ihnen ausgeliefert. Auf Jahre. Ein Millionengeschäft.

Samstag 14:05 Uhr BR-Klassik

BR-KLASSIK - Das Musik-Feature

Der Intonator kehrt zurück Ludwig Senfls Kompositionen auf dem Adlersberg Von Markus Vanhoefer Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr Renaissance-Klänge sind längst nicht mehr eine Sache ausschließlich fürs akademisch-verstaubte Proseminar. Wie ist es, wenn man aus alten Original-Noten singt? Welche Belohnung lockt bei einer musikalischen Schnitzeljagd? Und was hat uns ein Komponist heute noch zu sagen, der vor 500 Jahren lebte, mitten in den Umbrüchen der Reformationszeit? Drei Tage lang, vom 5. bis 7. August 2022 ist das ehemalige Dominikanerinnenkloster Adlersberg bei Regensburg Schauplatz für ein Festival. Zwischen Biergarten und Badesee lädt das Vokal-Ensemble Singer Pur zur Begegnung mit Ludwig Senfl, einem Meister an der Schnittstelle vom Spätmittelalter zur Renaissance, den Herzog Wilhelm IV. von Bayern einst zum "musicus intonator" ernannte. Die Sendung ist sowohl Komponisten-Porträt als auch Festival -Bericht. Sie präsentiert Mittschnitte der Konzerte in der Adlersberger Klosterkirche und lässt WissenschaftlerInnen zu Wort kommen, die sich in einer Akademie mit dem Münchner Hofmusiker auseinandersetzen. Als Kontrapunkt zu Senfls "alter" Musik präsentieren die "Singer Pur Tage" den englischen Gegenwartskomponisten Gavin Bryars.

Samstag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Untergewöhnlich Eine praktische Übung nach Georges Perecs "Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen" Von Nicole Paulsen Regie: die Autorin Mit: André Jung, Caroline Ebner, Sonja Dengler, Anne von Linstow, Holger Kunkel, Stefan Roschy Ton und Technik: Wolfgang Rein und Judith Rübenach Produktion: SWR 2016 Länge: 54"00 40 Jahre nach Georges Perecs Text "Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen" wiederholt die Autorin dessen Suche nach dem Alltäglichen - nur diesmal auch mit einem Mikrofon ausgestattet. Doch plötzlich tauchen weitere Beobachtende auf ... An drei Tagen im Oktober 1974 setzte sich Georges Perec an die Place Saint-Sulpice in Paris St. Germain und notierte alles, "was passiert, wenn nichts passiert außer Zeit, Menschen, Autos und Wolken". Daraus entstand das Buch "Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen". 40 Jahre später dokumentiert Nicole Paulsen mit Notizbuch und Aufnahmegerät am selben Ort, zu gleicher Zeit das "Infra-ordinäre", das "Untergewöhnliche", das Glanzlose, die Hintergrundgeräusche. Sie beobachtet Menschen, Autos und Wolken - und Schreibende: Im Café und neben dem Café, auf einem roten Klappstuhl und an einen Baum gelehnt. Aber dann passiert etwas Seltsames: Nach und nach tauchen weitere Notierende, Filmende, Fotografierende auf, alle auf der Spur Perecs. Aus einem persönlichen Experiment wird kollektives Beobachten und der Platz Saint-Sulpice zu einer Art Pilgerstätte des Infra-Gewöhnlichen. Nicole Paulsen lebt in Tübingen, studierte dort und in Grenoble Wirtschafts- und Politikwissenschaften, arbeitete als Kulturmanagerin und Dramaturgin am Theater. Seit 2002 ist sie beim SWR als Regisseurin für Hörspiele und Radiofeatures tätig. Was passiert, wenn nichts passiert Untergewöhnlich

Samstag 22:04 Uhr WDR5

MusikBonus

Geschichte, Stars und Tipps Die einstündige Musiksendung präsentiert am Samstagabend im Wechsel historische Features, Neuerscheinungen sowie die Favoriten der Redaktion.

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